Axel Schmiegelow

„Die Website, wie wir sie heute kennen, wird es bald nicht mehr geben“

Dieses Interview habe der Beilage Digitale Medien der WuV gegeben, erschienen diese Woche:

soziale netzwerke haben eine eigendynamik entwickelt, die kaum jemand voraus gesehen hat. Wie begründen sie diesen erfolg?

Social Media bildet im Grunde nur digital ab, was Menschen schon immer getan haben: sich austauschen, befreunden und mitteilen. Sie erleichtern die Suche nach Gleichgesinnten, ehemaligen Kontakten und Beziehungen. Wenn man so will ist ein Soziales Netzwerk eine Art Suchmaschine für menschliche Beziehungen. Dabei steht allerdings das „in Kontakt bleiben“ im Vordergrund.

Was kann ein soziales netzwerk leisten, was macht es aus?

Zum Reiz sozialer Medien gehört, dass diese für jeden Einzelnen etwas anderes sein können: Freunde halten, die engsten Liebsten über das eigene Leben unterrichten, Interessen bekunden, sich inhaltlich austauschen, Ereignisse nachklingen lassen, die eigene Karriere fördern. Soziale Medien macht auch die Einfachheit aus – die am simpelsten zu bedienenden Plattformen sind auch die Erfolgreichsten.

Wer nutzt es und welcher Mehrwert steht im focus?

Die meisten sozialen Netzwerke haben einen soziodemographischen Fokus, wie ursprünglich schuelerVZ oder MySpace. Einige Plattformen umspannen sehr unterschiedliche Zielgruppen, wie Facebook, wer-kennt-wen.de oder meinVZ. Mit inhaltlich orientierten Diensten wie youtube und sevenload steht zunehmend auch die situationsbedingte Interaktion im Vordergrund: heute Verbotene Liebe mit einer Interessentengruppe diskutieren, morgen Star Trek.

das thema datensicherheit ist im Zusammenhang mit sozialen netzwerken sehr wichtig. Worauf sollten nutzer achten?

Wie im realen Leben muss jeder Nutzer darauf achten, wem er was über sich selbst preisgibt. Was einmal im Netz ist, ist dort für immer. Jeder muss sich bewusst machen, dass das posten in Sozialen Netzwerken eine Veröffentlichung ist, die auch viel über den Nutzer preisgeben kann. Das macht den Reiz,bei unvorsichtigem Handeln aber auch ein we- nig die Gefahr aus. Letztere lässt sich durch besonnenes Handeln vermeiden.

Was haben die user zu erwarten, wie werden sich die sozialen netzwerke weiterentwickeln?

Soziale Interaktion wird immer mehr zu einer normalen Dimension eines jeden Angebots in den digitalen Netzen. Die Verbreitung des “Like”-Buttons von Facebook ist ein erster Schritt in diese Richtung. Auch Inhalte wie sozial verknüpfte Fotos und Videos werden sich zunehmend in verschiedenen Diensten und Portalen ausbreiten.Die Website,wie wir sie heute kennen – quasi als „digitale Zeitung”, die durch Klicks geblättert wird – wird es bald nicht mehr geben.

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